Ob so genanntes „Wellness-Sitzen“, „passiv bewegtes Sitzen“, „aktives Sitzen“ oder „dynamisches Sitzen“ – Sitzen ist und bleibt die schlechteste Haltung für den menschlichen Körper. Auf diese Erkenntnis stieß Herbert Junghans, Gründungsmitglied der Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung e.V., bereits im Jahre 1980. Diese Feststellung gilt nach wie vor auch noch heute – doch was lässt sich eigentlich dagegen tun?
Zwar leidet heute weit über die Hälfte der Bevölkerung – zumindest gelegentlich – unter Rückenbeschwerden, aber dass die Ursache in mangelnder Bewegung des „sitzenden Wesens“ sich einfach nicht genug bewegt, ist wenigen wirklich bewusst. Gesundheitliche Probleme dauerhaft zu vermeiden, ist eine Herausforderung an modernes Stuhldesign. Die medizinischen Aspekte an die Gestaltung von Sitzmöbeln bekamen jedoch erst in den letzten beiden Jahrzehnten eine angemessene Bedeutung. Zum einen mag es sicher daran liegen, dass die medizinischen Sichtweisen und Erkenntnisse sich stetig wandeln, zum anderen gewiss auch daran, dass die Sitzmöbel-Designer ebenfalls durch ihre Tätigkeiten am Arbeitsplatz zum „Dauersitzen“ verurteilt sind und mittlerweile dabei selbst ergonomisch sitzen wollen.
Ergonomie – gesund und effektiv
Der Begriff Ergonomie setzt sich aus den beiden griechischen Wortstämmen „ergos“ (Arbeit) und „nomos“ (Ordnung) zusammen. Es handelt sich dabei um die Wissenschaft von der Anpassung der Technik an den Menschen, unter Einbeziehung technischer, arbeitsmedizinischer, psychologischer sowie sozialer und ökologischer Erkenntnisse. Ziel ist es, alle negativen Faktoren, die die Leistungsfähigkeit des Menschen beeinflussen und körperliche Beschwerden nach sich ziehen könnten, auszuschalten oder zu minimieren. Eine verbesserte Ergonomie bedeutet also eine effektivere Arbeitsweise. Das bringt nicht nur gesundheitliche Vorteile für den Arbeitnehmer, sondern hat auch einen wirtschaftlichen Nutzen für den Arbeitgeber. Daran wurde jedoch zu Beginn des industriellen Zeitalters noch nicht gedacht.
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