Drabert-Produkte von 1928 bis 2005 zeigen, wie eng das Sitzen mit der Entwicklung unserer Gesellschaft verknüpft ist. Heute verbringen allein 17 Millionen Menschen ihren Arbeitsalltag im Büro.
Sie könnte beginnen wie ein Märchen: Es war einmal ein König. Er saß auf einem prächtigen, mit Gold verzierten Thron, der nur für ihn bestimmt war und zudem speziell für ihn angefertigt wurde. Stolz war er auf sein glanzvolles, kostspieliges Sitzmöbel – und das sah man ihm auch an. Das Sitzen auf seinem unerschwinglichen Möbelstück galt als deutliches Machtsymbol. Als Ausdruck seiner Herrschaft durfte der König nicht auf gleicher Höhe mit den Übrigen auf dem Boden sitzen. Auch wenn ihm das manchmal bequemer zu sein schien.
Doch bevor sich der Mensch an sich überhaupt zum ersten Mal setzen konnte, musste er sich erst einmal aufrichten. Und das hat er vor rund fünf Millionen Jahren getan. Vom Thron der Könige bis hin zum simplen Küchenstuhl war es aber auch noch ein weiter Weg.
Zurückblickend ist die Geschichte des Sitzens weniger als fünftausend Jahre alt. Der sitzende Mensch ist aus unserem Kulturkreis aber inzwischen nicht mehr wegzudenken: ob machtvoll sitzend, kniend, hockend, kauernd oder liegend – ob König, Kaiser, Bischof, Wandervölker, die ständig durch die Gegend zogen und in ihren Ruhepausen auf dem mit Matten bedeckten Erdboden rasteten. Die wenigen Nomaden, die es heutzutage noch gibt, verwenden sogar bis heute keine Stühle. Dagegen ist für das westliche Abendland das Sitzen untrennbar mit der Entwicklung des Stuhls verbunden und die Sitzkultur scheint selbstverständlich geworden zu sein.