Angesichts der dringenden Notwendigkeit, ressourcenschonend und nachhaltig zu Bauen, und der darin enthaltenen Forderung nach flexiblen und an die stetige Veränderung unserer Gesellschaft anpassungsfähigen Gebäuden stellt sich die Frage nach geeigneten Antworten in der Architektur. Kann das Bauen mit modularen Systemen zu einer wirklich nachhaltigen Architektur beitragen?
Die Forderung nach Variabilität und Wandlungsfähigkeit, nach Gebäudestrukturen, die stufenweise wachsen können und erweiterbaren Systemen bestand schon einmal in den 60er Jahren, als Folge des immensen Wohnraumbedarfs und der schnell wachsenden Städte. Die architektonische Antwort darauf war das Industrielle Bauen, häufig in Form von Hochhaussiedlungen in Großtafelbauweise. Doch die starke Ausrichtung nach ökonomischen Aspekten und der damit verbundenen Beschränkung auf möglichst wenige Elemente führte häufig zu gestalterischer Monotonie und mangelnder Individualität. In den so entstandenen Wohnsiedlungen, wie Marzahn in Berlin oder Neu-Perlach in München, zeigten sich schnell die Probleme dieser großformatigen Baustrukturen und die Mehrzahl der Architekten wandte sich von industriellen Bausystemen wieder ab.